Sa 3.6.2017 – 19 Uhr, Heidelberg, Heiliggeistkirche: Konzert 500 Jahre Reformation

SAP Sinfonieorchester
Informationen zum Benefizkonzert anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums
in Heidelberg, Heiliggeistkirche, Samstag, 03.06.2017, 19:00 Uhr

500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation


Programm:

Joseph Joachim Raff (1822 -1882): Ouvertüre „Eine feste Burg ist unser Gott” op. 127

Joseph Haydn (1732-1809): Trompetenkonzert in Es-Dur Hob.VIIe:1
Solist: Mark Caspari
1. Allegro
2. Andante
3. Finale. Allegro
PAUSE

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sinfonie Nr. 5 in D-Dur/d-moll op.. 107 „Reformations-Sinfonie”
1. Andante. Allegro con fuoco
2. Allegro vivace
3. Andante
4. Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“. Andante con moto – Allegro vivace – Allegro maestoso

Musikalische Leitung: Johanna Weitkamp

Informationen zu den Mitwirkenden:

Mark Caspari (Trompete)
Mark Caspari wurde 1992 geboren und wuchs in Niederraden/Eifel auf. Seinen ersten Trompetenunterricht erhielt er im Alter von 10 Jahren über die Kreismusikschule Bitburg-Prüm, zwei Jahre später kamen auch Klavierstunden hinzu. In seiner Jugend konnte er in verschiedenen Orchestern wie z.B. dem Landesjugendblasorchester Rheinland-Pfalz Orchestererfahrungen sammeln. 2011 begann sein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim in der Klasse von Prof. Günther Beetz, wo er 2016 seinen Bachelor of Music im Hauptfach Trompete abschloss. Zur Zeit setzt Mark Caspari dort sein Studium im Studiengang Master of Music, Hauptfach Trompete, fort. Er ist immer wieder bei diversen Engagements in der Region Mannheim zu hören, spielt regelmäßig im Sinfonieorchester der Musikhochschule Mannheim und im Blechbläserensemble „Mannheimer Blech“, zuletzt auch auf Konzertreisen in Kanada und China. Außerdem spielte er mehrfach im International Regions Symphony Orchestra.

Informationen zu den Komponisten und Werken:
Joseph Joachim Raff (1822-1882):
Joseph Joachim Raff wurde 1822 in der Schweiz geboren. Schon früh lernte er Geige, Klavier und Orgel zu spielen. Bereits mit 18 Jahren trat er seine erste Arbeitsstelle als Übersetzer an und wurde sogleich als Lehrer eingestellt. Da ihm aber der Beruf des Lehrers ganz und gar nicht gefiel und er sich lieber der Musik widmen wollte, gab er seine Stelle bereits vier Jahre später wieder auf und versuchte stattdessen sein Geld mit Musikstunden zu verdienen.
Als Raff sich mangels Reisegeld zu Fuß auf den Weg zu einem Konzert seines Vorbilds Franz Liszt machte, hatte er das Glück, diesen persönlich kennen zu lernen. Liszt verschaffte ihm daraufhin eine Arbeit in einer Musikhandlung in Köln. Während dieser Zeit komponierte Raff zahlreiche Werke, welche dank Liszts Einsatz veröffentlicht und vervielfältigt werden konnten.
Schließlich stellte Liszt Raff als seinen Assistenten ein, was Raff so viel Erfahrung einbrachte, dass er erfolgreich genug wurde, sich die Arbeit als freischaffender Komponist leisten zu können.
Später wurde Raff als Direktor an das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt am Main berufen, wo er sich sowohl als Dozent als auch als Komponist einen Namen machte. Bereits vier Jahre später, im Jahr 1882, verstarb Raff jedoch aufgrund eines Herzinfarkts.

Eine feste Burg ist unser Gott, op. 127
Der Text zu dem Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“ stammt aus der Feder Martin Luthers. Vermutlich hat dieser auch die Melodie zu dem Kirchenlied geschrieben. Durch seine Popularität wird der Choral häufig auch als die Hymne der deutschen Protestanten bezeichnet und ist in vielen weiteren musikalischen Werken verarbeitet worden – so auch durch den Komponisten Raff.
Raff hat im Jahr 1854, während seiner Zeit als Privatsekretär Liszts, Bühnenmusik zum Schauspiel „Bernhard von Weimar“ geschrieben, einem Drama zum Thema Dreißigjähriger Krieg. In der Ouvertüre hierzu verarbeitet Raff Luthers Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“. Jedoch änderte Raff diese gut zehn Jahre lang immer wieder ab, bis sie schließlich 1866 als selbständiges Stück „Eine feste Burg ist unser Gott“ op. 127 uraufgeführt wurde.

Joseph Haydn (1732-1809):
Die musikalische Begabung des 1732 geborenen Haydns wurde bereits in jungen Jahren entdeckt. Seine Eltern, beide ohne musikalische Kenntnisse, schickten ihn nach Hainburg, wo er vom Direktor des Wiener Stephansdoms entdeckt und mit nach Wien genommen wurde und so eine umfassende musikalische Ausbildung auf der Geige, dem Klavier und im Gesang genießen durfte. Hier verfasste er bereits seine ersten Kompositionen.
1749 verließ Haydn den Wiener Domchor und machte sich als Musiker, Komponist und Musiklehrer selbständig, bis er schließlich zehn Jahre später eine feste Stelle als Musikdirektor des Grafen von Morzin erhielt und später Kapellmeister bei der Fürstenfamilie Esterhazy wurde. Die Fürsten Esterhazy waren Musikliebhaber und unterstützen Haydn vollumfänglich, sodass er in dieser Phase zahlreiche Werke komponieren und zu immer mehr Popularität gelangen konnte. Nach dem Tod des musikliebenden Fürsten Nikolaus Esterhazy entließ dessen Nachfolger sämtliche Hofmusiker. Haydn ging daraufhin nach England, was sich als der Zenit seines Erfolgs herausstellen sollte. Doch leider verschlimmerte sich Haydns Gesundheitszustand immer mehr, bis er schließlich zu einem Pflegefall wurde und 1809 starb.

Trompetenkonzert Es-Dur Hob.VIIe:1
Haydns Trompetenkonzert ist inspiriert von der damals ganz neu entstandenen Klappentrompete. Diese wurde von Haydns Freund, dem Trompeter Weidinger, erfunden und im Jahr 1796 gebaut. Noch im selben Jahr komponierte Haydn für Weidinger sein Trompetenkonzert. Die Trompete, ein Instrument, das bis dahin nur die Töne der Naturtonreihe spielen konnte, war nun imstande alle Töne hervorzubringen. Diese neuen Möglichkeiten nutzte Haydn vollumfänglich, indem er die Trompete Chromatik und Triller spielen lässt und die Zuhörer auf der Trompete noch nie gehörte Töne erleben können.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847):
Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 3. Februar 1809 geboren. Er entstammte einer wohlhabenden bürgerlichen jüdischen Familie, wurde jedoch wie seine drei Geschwister christlich erzogen und getauft. Sein Großvater war der berühmte Philosoph Moses Mendelssohn.
Mit sieben Jahren erhielt Felix den ersten Klavier- sowie Violinunterricht in Berlin, wo die Familie seit 1811 lebte. Die Mutter Mendelssohns war Schülerin des Bachschülers Kirnberger gewesen. Vielleicht nicht zuletzt deshalb setzte sich Mendelssohn verstärkt für die Aufführung von Werken Bachs und Händels ein.
Bereits in seiner Kindheit fing Mendelssohn an zu komponieren. Schon als Zwölfjähriger trat er vor Goethe auf und machte Bekanntschaft mit Carl Maria von Weber. In Berlin studierte er ältere Kirchenmusik und hörte außerdem Vorlesungen bei Hegel.
Im Jahre 1843 gründete Mendelssohn das erste deutsche Konservatorium in Leipzig. Er war bis im Jahre seines Todes Kapellmeister des Gewandhauses und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik, der außerdem das Selbstverständnis des Dirigierens wesentlich prägte.
Am 4. November 1847 starb Mendelssohn in Leipzig.

Sinfonie Nr. 5 in D-Dur/d-Moll op. 107 „Reformations-Sinfonie“
Seine Reformations-Sinfonie, ursprünglich „Symphonie zur Feier der Kirchen-Revolution“, komponierte Mendelssohn 1830 anlässlich des 300. Jubiläums der Augsburger Konfession. Zu dieser Zeit beschäftigte sich Mendelssohn intensiv mit seinem protestantischen Glauben und damit verbunden mit den Chorälen Luthers, sodass die Verarbeitung des berühmten Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ naheliegend erscheint. Inmitten der Französischen Revolution ging das Reformationsjubiläum jedoch schließlich unter, sodass die Sinfonie erst 1832 aufgeführt wurde. Dies sollte auch die erste und letzte Aufführung zu Lebzeiten Mendelssohns sein. Dieser war ganz und gar nicht überzeugt von seinem in jungen Jahren entstandenen Werk, sodass er es vom Druck zurückzog. Erst über 20 Jahre nach seinem Tod gelangte die Reformations-Sinfonie schließlich – entgegen Mendelssohns Willens – in den Druck und damit zu seiner Popularität.